 
Welche Sau ganz genau?
"Was
bin ich?", das erste Quiz der
deutschen Fernsehgeschichte, feiert heute
bei Kabel1 Jubiläum
10. April 2003
Ein
Fernseh-Dino feiert Jubiläum: Die
Neuauflage von "Was bin ich?"
bei Kabel1 geht heute, 20.15 Uhr, in die
100. Sendung. Die Show aus der
Fernsehsteinzeit (Erstausstrahlung mit
Robert Lembke am 2. Januar 1955 in der
ARD) ist immer noch ein Quotenhit, im
Schnitt schauen 2,5 Mio Zuschauer beim
heiteren Beruferaten zu.
An einen solchen Erfolg hatten die Macher
nicht zu glauben gewagt. Ursprünglich
waren nur zwölf Sendungen mit Björn-Hergen
Schimpf als Moderator und Herbert
Feuerstein, Vera Int-Veen, Norbert Blüm
und Tanja Schumann als Rateteam
vorgesehen. Dass aus der Show-Neuauflage
ein Renner werden würde, liegt - da
sind sich alle Beteiligten einig - daran,
dass das ursprüngliche Konzept kaum
verändert wurde. Noch immer dürfen
sich die Kandidaten die Farbe ihres "Schweinderls"
aussuchen. Statt des netten "Welches
Schweinderl hätten's denn gern?"
fragt Schimpf jetzt allerdings kurz und
direkt "Welche Sau ganz genau?".
Auch die "typische Handbewegung"
als erster Hinweis auf den zu ratenden
Beruf wird immer noch eingefordert. Sogar
die Fünf-Mark-Stücke, die die Gäste
für jedes "Nein" erhalten,
wandern weiter ins Schweinderl. Erst nach
der Sendung werden sie in Euro
umgetauscht.
Für das Rateteam ist die Arbeit
schwieriger geworden, denn so kuriose
Berufe wie Kondomdesigner,
Haifischbeckenreiniger oder Treuetester
hat es zu Robert Lembkes Zeiten noch nicht
gegeben. Ratefüchsin Tanja Schumann: "Am
schwierigsten fand ich bisher den
Insektenkoch."
Sogar eine Panne hat es gegeben -
verursacht vom Moderator selbst. Schimpf:
"Ich habe den prominenten Gast mit
den Worten 'Und hier ist Günter
Pfitzmann' begrüßt. Damit war
die Raterunde natürlich geplatzt."
Auch Schimpfs Vorgänger Lembke war
nicht fehlerfrei. Dem ist während der
Sendung eine Python entwischt. Nach
fieberhafter Suche fand man das Tier
hinter der Studioheizung - schlafend.
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Berliner Zeitung, 10.4.2003 - Alle Rechte
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