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"Am liebsten hätte ich es wie Richard III angelegt"

Feuerstein spielt Rumpelstilzchen

19.3.2006

VON NICOLA VOLCKMANN (Volckmann Media Office)


Die meisten kennen ihn im Zusammenhang mit Harald Schmidt. Vielleicht ist Herbert Feuerstein der am meisten unterschätzte Intellektuelle, den wir im Land haben. Was viele nicht wissen, er studierte einst Musik am ehrwürdigen Mozarteum in Salzburg. Wie es kam, dass er schließlich Chefredakteur der Satirezeitschrift MAD wurde, weiß kein Mensch. Nun spielt er in der Pro 7 Märchenreihe das Rumpelstilzchen.

Als ich von dieser Märchen-Reihe von Pro 7 gehört und gelesen habe, dass Sie das Rumpelstilzchen spielen, da dachte ich: Ist das jetzt noch nötig?


Sie meinen, dass ich immer schon Rumpelstilzchen war (lacht). Da mag vielleicht was dran sein, ich glaube, meine Frau könnte das besser beantworten. Natürlich fühlt man sich, wenn man ein Rumpelstilzchen ist, nicht als Rumpelstilzchen. Er wollte ja mächtig sein und er wollte die Königstochter haben und er wollte Stroh zu Gold spinnen, alles Mögliche wollte der. Also, ich hatte eigentlich mehr gedacht, einen Anruf aus Hollywood zu kriegen und den KingKong zu spielen und dann war es eben Rumpelstilzchen.

Da gibt es ein unheimliches Aufgebot an Stars und Prominenten, die an der Produktion teilnehmen. Ich habe gehört, die haben alle sofort zugesagt. Warum?

Weil es eine tierische Gage gab (schmunzelt) und weil es sehr kurz war. Also ich war selber nur drei Tage in Prag und das waren sehr spannende Tage, weil ich die meiste Zeit in Prag herumgelaufen bin. Ich selber habe mit großer Begeisterung zugesagt, weil es eine Rolle war, bei der ich den Text schon vorher kannte. Denn ich hatte nicht viel mehr zu sagen als den klassischen Text und dann vielleicht noch vor dem Entzweireißen "Das hat der Teufel dir gesagt". Ich musste das auch noch zwei, dreimal sagen, aber das wusste ich alles. Das einzig Aufwändige an Rumpelstilzchen war die komplizierte Maske mit riesigen Ohren, die man mir angegossen hat, das sind Silikonohren und ich habe die auch noch in meinem Besitz, bin sehr stolz drauf.

Und wie ist das Feuerstein-Rumpelstilzchen nun?

Das ist original. Also, ich hatte natürlich das Bedürfnis, das so wie Richard III. anzulegen oder wie etwas Bedeutendes. Aber der Regisseur sagte zu Recht, eine Parodie darf nicht gebrochen werden. Die muss ganz klar laufen und ich war das klassische Rumpelstilzchen. Die Parodie läuft ja andersrum, die etwas verquere Handlung, aber die Figuren sprechen echten Text, wie er im Original ist. Und das Einzige, was man mir zugestanden hat, war die Brille, die hatte das original Rumpelstilzchen glaube ich nicht.

Noch ein paar Worte zur Ausstattung, die soll sehr opulent gewesen sein.

Prag ist ja so ein europäisches Hollywood. Es gibt dort unglaubliche Profis. Die hatten dort in einer alten Fabrikhalle die Märchenwälder wunderbar nachgebaut. Normalerweise ist das nicht immer so. Aber wenn man dort rein ging, war man tatsächlich in einem Märchenwald. Es war eine hoch professionelle Produktion, die schnell ging, dreisprachig war. Immer in Englisch, Tschechisch und Deutsch. Sehr zügig. Wunderbare Arbeit.

Ich danke für dieses Gespräch.

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