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NDR Radiophilharmonie:
"Die Entführung aus dem Serail"

16. Juli 2006, 20.00 Uhr, Hannover, Großer Sendesaal
(Aufzeichnung für Radio NDR Kultur)
und 18. Juli, 20.00 Uhr, Flensburg, Deutsches Haus


EA (Radio): 30. Dezember 2006, 20:00-00:00 Uhr, NDR Kultur

Presse-Info des NDR (1):

Entführung aus dem Serail

Foto mit freundlicher Genehmigung der niederländischen Sopranistin Lenneke Ruiten, die das "Blondchen" spielte.
Die Wirklichkeit sah sehr wohl anders aus. Einen derart noblen und pazifistisch gestimmten Sultan wie in Mozarts beiden Opern über das sagenumwobene Serail hat es nicht gegeben. Erst zu Beginn des Jahres 2006 brachte die Hamburger Camerata Mozarts fragmentarisch überlieferte Oper "Zaide" KV 344 zur Hamburger Erstaufführung. Ein Stück, das wie eine Vorstudie zum berühmten Singspiel "Die Entführung aus dem Serail" wirkt und ebenso märchenhaft von der geplanten Flucht aus einem Gefängnis erzählt, das die Europäer weder gekannt noch in seinem Wesen verstanden haben. Sultan Suleiman der Prächtige, die historische Vorlage für Mozarts Sultan in beiden Opern, brachte die ukrainische Sklavin Roxana weder um, noch ließ er sie mit einem Geliebten ziehen. Er heiratete sie und leitete nicht zuletzt durch ihre Intrigen den Untergang des Osmanischen Reichs ein.

Vielleicht war es das Problem einer angemessenen Auflösung des Opern-Plots, das Mozart damals auf die Vollendung seines ersten Versuches einer Auseinandersetzung in Gestalt der "Zaide" verzichten ließ. Dafür geriet sein Singspiel "Die Entführung aus dem Serail" über den gleichen Stoff zu einem Riesenerfolg und gleichsam zu einem in Musik gefasstes Postulat der Menschlichkeit.

Der über alle Medien, vor allem das Fernsehen, bekannte Schauspieler Herbert Feuerstein wird als Moderator durch das Programm führen und als Sprecher der Partie Bassa Selim am 16. Juli 2006 im Großen Sendesaal Hannover in Erscheinung treten. Die konzertante Aufführung der Oper "Die Entführung aus dem Serail" leitet Alessandro de Marchi. Es spielt die NDR Radiophilharmonie und es singt der Schleswig-Holstein Festivalchor. In den Solopartien erleben wir Elena Mosuc (Sopran), Lenneke Ruiten (Sopran), Steve Davislim (Tenor), Andreas Winkler (Tenor) und Michail Schelomianski (Bass).

Entführung aus dem Serail

Foto mit freundlicher Genehmigung der niederländischen Sopranistin Lenneke Ruiten (Mitte), die das "Blondchen" spielte.
Presse-Info des NDR (2):


Die Entführung aus dem Serail - mal anders

Als am 16. Juli 1782 am Wiener Burgtheater der Vorhang fiel, kannte der Beifall kaum Grenzen. Soeben war das erste auf Deutsch geschriebene Singspiel, "Die Entführung aus dem Serail", uraufgeführt worden. Der damals 26-jährige Wolfgang Amadeus Mozart verbuchte damit seinen größten Erfolg zu Lebzeiten. Noch heute gehört die komische Oper in drei Akten zu den am häufigsten gespielten musikalischen Bühnenwerken.

"Welche Wonne, welche Lust"

Die Aufführung mit der NDR Radiophilharmonie am 18. Juli in Flensburg entkleidet Mozarts "Türkenoper" ihrer bunt-exotischen Kulisse und setzt rein auf die Wirkung von Orchesterklang und Gesang. Das heißt, ergänzend dazu tritt bei diesem klassischen Singspiel natürlich ein Sprecher auf: Die Rolle des Bassa Selin, der durch die Handlung führt, übernimmt keiner Geringerer als Herbert Feuerstein - seines Zeichens Moderator, Journalist, Entertainer, Schauspieler und Kabarettist in Personalunion.

Worum geht es? Die Geliebte des spanischen Edelmannes Belmonte, Konstanze (der Name Mozarts späterer Gemahlin - kein Zufall!), wurde mit ihrer Zofe Blonde und Belmontes Diener Pedrillo von Piraten entführt und in den Serail des türkischen Sultans Bassa Selim verkauft. Selim möchte Konstanze näher treten, die aber nichts von ihm wissen will. Glücklicherweise hat Belmonte endlich den Serail ausfindig gemacht und schafft es, mit Pedrillo eine Flucht über See vorzubereiten. Doch kaum ist das rettende Schiff erreicht, entdeckt Serail-Aufseher Osmin die Entkommenen und lässt sie stellen. Die beiden Paare fürchten ihr Todesurteil. Doch Bassa Selim ist edelmütig und lässt sie ziehen.

Alessandro de Marchi dirigiert

Dirigent Alessandro de Marchi hat seit Anfang der 90er Jahre zahllose Opernproduktionen in Deutschland, Italien und im benachbarten Ausland geleitet. Er ist ein Spezialist für historische Aufführungspraxis. Unter seiner Leitung, zusammen mit einer jungen, internationalen Gesangsbesetzung, verspricht der Abend einen Hochgenuss für die Ohren.

Ein Orchester ohne Berührungsängste

Unter dem Namen NDR Pops Orchestra gestaltet die NDR Radiophilharmonie seit 1998 ungewöhnliche Programme mit Stars wie Ute Lemper, Herbert Grönemeier, Patricia Kaas oder Dominique Horwitz. Sie hat keine Berührungsängste mit Bereichen wie Jazz oder Rockmusik und führt so neue und jüngere Zuschauerkreise in den Konzertsaal, die sich von der traditionellen "Klassik" nicht angesprochen fühlten. Auf dem vergangenen SHMF hatte es ungeheuren Erfolg mit dem Crossover-Programm "Herr der Ringe".

Quelle: NDR Online