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"Fake - Die Fälschung"

 
Teaser-PosterLand:
Deutschland
 
Jahr: 1997
 
Darsteller: Herbert Feuerstein, Heribert Czerniak, Michael Kessler, Martin Umbach
 
Regie: Jörg Schlasius
 
Buch: Jörg Schlasius

 
Inhalt:
 
Nach einer mißlungenen Köderaktion ist eine Agentin tot und der V-Mann "Deimos" spurlos verschwunden. Gleichzeitig fehlt eine riesige Menge Falschgeld aus den Geheim-Depots des BKA. Kommissar Liewig steht wegen dieser Sache gehörig unter Druck. Er zwingt den Gangster Gorrisson dazu, das Falschgeld wieder aufzutreiben. Andernfalls würde er ihn ans Messer liefern. Unterweltboß Connor ist ebfalls an dem Geld interessiert - und an Gorisson, der dadurch zwischen alle Fronten gerät. In einer wahren Odyssee aus falschen Spuren, Gewalt und tödlichen Intrigen zieht sich die Schlinge um Gorrissons Hals immer enger. Als dann auch noch die Leiche des V-Mannes gefunden wird, hat er nur noch eine Chance: Eine geheimnisvolle Person namens Mira, die wiederholt auf den Überwachungsbändern der Polizei erwähnt wurde...Ist sie Gorissons letzte Hoffnung oder nur eine weiter Falle, in die man ihn locken will? (Quelle: Amazon.de)

"Fake" auf DVD und  VHS-Video

Presse-Artikel
 
aus: "Wiesbadener Tagblatt" vom 11.4.1998:
 
Eine Reifeprüfung der besonderen Art
Rhein-Main-Krimi als FH-Diplom von Jörg Schlasius / Caligari-Publikum als Jury bei "Fake"

 
Fakegw. - Knallvolle Enge in der Caligari-FilmBühne. Kein Wunder, es wird ja auch "Fake" als kostenlose Preview gegeben. Und einen Fragebogen gibt's auch - einfach Kinogukken is nich: "Die Produktion wird von der Zielgruppe bewertet", erläutert Professor Dr. Michael Martin das Procedere. Also wurde es spannend. Das aus FH-Studierenden und "normalem Volk" zusammengesetzte Publikum spielte kollektive Jury, und das Saallicht wurde zum Film-Spot. "Emotionale Beurteilung, Story-Verständlichkeit, Spannung/Dramaturgie, Bildgestaltung" und einzelne Szenen bekamen Punkte.
Wir erleben: Einen "Blütenhändler" zwischen allen Feuern. Einige Ermordete (deren brutales Dahinscheiden sich nicht immer erschließt), und Kommissar Liewig geht`s auch nicht gut. Wer ist Mira und wo sind die verdammten Piepen vom BKA? "Eigentlich" ist der ambitionierte Streifen eine Diplomarbeit am Fachbereich Medienwirtschaft der FH Wiesbaden, nicht etwa einer Filmhochschule. Zugleich ist "Fake" ein recht gelungenes Experiment. Denn "uneigentlich" ist der "Rhein-Main-Thriller" ein couragiertes Pilotprojekt. 21 Drehtage, frei finanzierter Etat von knapp 800 000 Mark, in zwei Jahren als Co-Produktion von TaunusFilm mit den FH-Professoren Peter Bienert und Dr. Michael Martin über die Bühne gebracht (wir berichteten).
Der frisch gebackene Dipl.-Medienwirt Jörg Schlasius (Idee, Drehbuch, Regie) bietet Dialog und Action - allerdings nicht immer schlüssig und konsequent. Kritik ist willkommen. Auf dem Weg zur Sendereife wäre seinem vielversprechenden Erstlingswerk "Fake" eine professionelle Endbearbeitung in Sachen Schnitt, Ton, Dramaturgie zu wünschen.
FeuersteinImmerhin gibt sich Herbert Feuerstein a1s grotesk zynischer Pathologe mit unverhohlener Lust am Cameoauftritt die (viel zu kurze) Ehre und kalauert sich was. Der Wiesbadener Mime Michael Kessler macht als entwicklungsfähiger Kriminaler Sebastian Edel neugierig auf größere Rollen.
Der für ziemlich viel Verwirrung sorgenden Story um den mißlungenen Falschgelddeal von Bulle (Martin Umbach als Kressin-Nachfolger) und Gangsterboß (Christian Petzhold) ist jedenfalls Spannung, ein Hauch von "Tatort" und makaberettistischer Humor zu attestieren. Kameramann Richard Eckes bleibt mit etlichen "ganz Nahaufnahmen" - gerade en vogue - und subjektiver Kamera allem auf den Fersen. Die Locations sind wohl gewählt. Für das unverkennbare Rhein-Main-Ambiente sorgen Jagdschloß Platte und Graffiti-Freiluftmuseum Schlachthof, von Damian Schadt stimmungsvoll ins beste (auch mal düstere) Licht gesetzt. Im Ganzen eine beachtliche Leistung.
 

 
aus: "Wiesbadener Kurier" vom 7.4.1998:
 
Auf "Blütensuche" in Rhein-Main
"Fake": Jörg Schlasius' Film entstand an der Fachhochschule Wiesbaden

 
Dieser Job ist seine allerletzte Chance. Kann der Gangster Gorrisson diesen Auftrag im Tausch gegen Straffreiheit nicht erledigen, wird man ihn als Polizeispitzel denunzieren und wegen seiner Verbrechen lebenslang hinter Gitter bringen. Falschgeld des BKA ist bei einer mißlungenen verdeckten Operation mitsamt dem eingeschleusten V-Mann der Kripo verschwunden. Aber nicht nur der leitende Kommissar Liewig muß die verschwundenen BKA-Millionen wiederfinden, auch der um sein echtes Geld gebrachte Unterweltboß Connor, dessen Kurier beim versuchten Ankauf der Blüten getötet wurde, heuert Gorrisson für dieselbe Aufgabe an. Dieser steht plötzlich zwischen den Fronten - und haftet mit seinem Leben dafür. Auf seiner Suche nach dem Geld gerät er in ein undurchdringbares Netz von falschen Spuren, Lügen und Gewalt. Die Schlinge um seinen Hals wird zusehends enger, denn nach und nach werden alle, die an dem gescheiterten Deal beteiligt waren, getötet. Mit zwei Ausnahmen: Kommissar Liewig, aus Verzweiflung selbst zum Mörder geworden und Connor, der mit allen Mitteln sein Eigentum zurückfordert. Wer sagt die Wahrheit, wer lügt? Oder gibt es im Hintergrund einen Unbekannten, der alle Faden in der Hand hält? In den Überwachungsbändern der Polizei wird eine geheimnisvolle Person namens Mira immer wieder erwähnt. Die letzte Hoffnung für Gorrisson, das Rätsel zu lösen? Diese Thriller-Story stammt nicht etwa aus der Feder eines Hollywood-Writers oder aus dem Drehbuch eines professionellen Tatort-Autors. Idee, Storyboard und das Endprodukt, der Film "Fake" sind Ergebnis einer Diplomarbeit der Fachhochschule Wiesbaden im Bereich Medienwirtschaft. Insgesamt zwei* Jahre brauchte Regisseur Jörg Schlasius von der Idee bis zur Realisierung des "Rhein-Main-Krimis" der schließlich in 21 Drehtagen, größtenteils in Wiesbaden, fertiggestellt wurde. Dazwischen lagen vier Semester Vorbereitung, Autorenarbeit, Location- Auswahl und die harte Sponsorensuche für das knapp 800 000 Mark teure Projekt. In Zusammenarbeit mit der TaunusFilm GmbH und mit finanzieller Unterstützung durch die Professoren des Fachbereichs ist nun eine Kinoarbeit entstanden, die sich durchaus mit professionellen Arbeiten messen kann. Mit teilweise subjektiver Kamera, vielen konsequenten Close-Ups und Flashlight ähnlichen Zeitsprüngen führt Schlasius zielstrebig zum dramaturgischen Höhepunkt, der mit einem kräftigen Überraschungseffekt garniert wird. Köstlich in einer Gastrolle: Herbert Feuerstein, der als schrulliger Pathologe reichlich Zynismus in den sonst knisternden Plot bringt. Die Preview von "Fake" wird am morgigen Mittwoch um 20 Uhr in der FilmBühne Caligari gezeigt.

Peter Müller